Spanien, ich liebe dich!
Ja, ich weiss, ich wollte eigentlich erst nach den Fallas wieder schreiben, aber ich habe gestern einen so schoenen Tag erlebt, dass ich euch unbedingt davon berichten moechte,a ber ich befuerchte, das geht nach der grossen Woche unter. Deswegen kommt schon der naechste Eintrag! :-)
Und zwar hatte mein Gastbruder gestern einen Wettbewerb in Taekwondo und wollte gerne, dass ich mitkomme und ihm zuschaue. Das Ganze fand in Alicante statt, wo man erstmal zwei Stunden hinfahren muss, aber es war so eine Art Familienausflug, nur meine Schwester war nicht dabei. Da es gestern eigentlich den ganzen Tag geregnet hat, war es auch echt nicht so schlimm, so viel Zeit im Auto zu verbringen. Wir lieferten Sergio in der Sporthalle ab und meine Gasteltern und ich machten uns auf die Suche nach einer Bar oder aehnlichem, weil wir doch Hunger hatten und wollten da eben zu Mittag essen. Das fand ich schonmal total toll, nur mit meinen Eltern essen zu gehen, was jetzt natuerlich nciht heisst, dass cih nicht gerne auch mit meinen Geschwistern esse. Aber zu Hause herrscht immer so eine Hektik am Mittags- oder auch am Abendtisch, das geht mir auch echt auf die Nerven!!! Meine Gastschwester ist in der Hinsicht echt schrecklich: Die verbringt eigentlich ihre ganze freie Zeit am PC, bis man den Tisch schon gedeckt aht, muss dann da noch unbedingt ganz dringend was erledigen, wir fangen schon mal an zu essen, dann kommt sie, isst schnell ihren Teller leer, raeumt ihre Sachen ab und geht wieder an den PC. Was ist das denn bitte??? Das nervt mich echt richtig, bei Sergio ist das nicht so extrem, aber eigentlich kann man nur mit meinen Eltern mal in Ruhe am Tisch sitzen. Ich wehre mich da immer und esse weiter in meinem Tempo (was ja nicht sehr schnell ist...), sollen die mir doch die Sachen abraeumen, waehrend ich esse, solange ich meinen Teller behalten kann, ist mir das doch egal. Naja, deswegen fand ich es auf jeden Fall mal schoen, nur mit meinen Eltern essen zu gehen, ausserdem sehe ich meinen Vater ja nicht so oft, weil der unter der Woche eben eigentlcih immer unterwegs ist und so hatte ich auch mal eine Chance auf ein langes Gespraech mit ihm.
Wir fanden also eine Bar und fanden, das sah ganz nett aus, ein aelterer Herr kam direkt auf uns zu und sagte ungefaehr so was: "Also, ich habe kein Menu mehr, aber ich stelle ihnen was zusammen, sie bezahlen 15 € und ich hole ihnen Essen und was Sie nicht moegen, geben Sie mir zurueck und ich hole was anderes". Das klang doch schonmal ganz gut, dachten wir... ;-)
Und dann fing der nette Herr an, Essen zu holen. Das Ganze fing ganz harmlos mit Tapas an, und das fand ich ja auch sehr nett, habe ich doch zum ersten Mal so "richtig" Tapas gegessen. Also, zuerst eine Panadera (oder zumindest so aehnlich), eine Spezialitaet aus Galicia (das, was auf dem Teller in der Mitte steht). Danach gab es "Pan con aceite y jamón", "Brot mit Oel und Schinken". Hierbei handelt es sich um Baguette, getoastet, das in Olivenoel sozusagen getraenkt ist mit gekochtem Schinken. Danach kamen die "calamares", "Tintenfischringe", die ich neuerdings auch sehr gerne mag und ein undefinierbares, aber leckeres Zeug, das aus Kartoffeln und irgendwelchem Gemuese bestand. Danach waren wir eigentlich schon ziemlich satt, aber der Mann bestand darauf, uns noch ein Hauptgericht zu bringen, also noch "patatas fritas", selbstgemachte Pommes, Zwiebeln und Fisch. Es war auch wirklich alles sehr lecker, aber wir konnten ja vorher schon nicht mehr...
Dann erzaehlte meine Gastmutter, dass ich Deutsche bin und fuer ein Jahr bei ihr lebe. (Der Mann hatte es vorher noch nicht gemerkt --> Ein Plus fuer meine Aussprache. Yeppeee!!! :D) Und da faengt der doch tatsaechlich auf einmal an, mich auf Deutsch anzureden, von wegen, "Wo kommst du denn her" und was weiss ich nicht alles. und das bei einer Aussprache, die ich niemals bei einem Spanier erwartet hatte. Ich war so ueberrascht, dass ich am Anfang nur auf Spanisch antworten konnte, aber danach war ich doch faehig, mich mit ihm auf Deutsch zu unterhalten und er erzaehlte mir, dass er zwanzig Jahre in Siegburg gewohnt haette und sich auch in Koeln gut auskennt und so, das Lustigste war, dass er einen total rheinischen Akzent drauf hatte... :-) Das haette ich ja wirklcih am allerwenigsten erwartet!!! :D Meine Gasteltern waren auch total begeistert und der nette Herr lobte Deutschland in den hoechsten Toenen (endlich mal ein Spanier, der nicht von seinem eigenen Land total ueberzeugt ist... ;-)), erzaehlte meinen Gasteltern, dass es zwar anders sei, aber dafuer eine sehr viel groessere Disziplin herrscht (das hatte ich schon vorher gewusst... ;-)) und dass die Leute, vor allem aber die Kinder und Jugendlichen viel selbststaendiger sind. Und das ist war sehr interessantes, weil das habe ich auch schon oefters festgestellt. Ok, er hat ein bisschen uebertrieben und folgendes erzaehlt: Wenn ich mit meinem Auto vorm Haus im Schnee stecken bleiben wuerde, muesste ich selbst wieder rauskommen und mein Papa wuerde mir nicht helfen... Das habe ich aber mal verneint, oder, Papa??? :D Nein, aber es stimmt schon, dass die Jugendlichen hier extrem unselbststaendig sind (oder vllt sind wir ja auch einfach wirklich so selbststaendig...). Das faengt ja schon damit an, dass meine Gastschwester (22) immer noch zu Hause wohnt, sich jeden Tag sowohl Mittagessen, als auch Abendessen kochen laesst von meiner Gastmutter, wenn ihr irgendwas nicht passt, meckert sie direkt rum (ich haette sie ja schon lange aus dem Haus geschmissen...:D) und selber macht sie nichts. Dann ist es fuer die Leute hier (zum Beispiel aus meiner Klasse) auch ganz klar, dass sie alle in Valencia studieren wollen, hier kenne ich mich aus, hier ist mein Zuhause, und wenn doch mal jemand weiter weg will (nach Barcelona, doch so weit... ;-)) heisst es gleich: "Was, und dann wohnst du ganz alleine? Und das traust du dich?" Also, da hat der Herr schon Recht!
Als er uns dann den Nachtisch brachte (den wir nicht gegessen haben, sondern eingepackt haben fuer Sergio...), brachte er direkt noch ganz viele Fotos mit vom Koelner Zoo, den Rheinfaellen, Berlin und von ueberall, wo er schon war. :-) Das ist es, was ich so liebe in Spanien und was ich in Deutschland sicherlich vermissen werde: Die Leute sind total offen, immer bereit, ein Schwaetzchen zu halten, interessieren sich wirklich fuer einen und es macht einfach Spass, Leute zu treffen! Als wir dann das Lokal verliessen, riefen mir einige andere Gaeste ein lautes "Tschuess" zu, das ist einfach schoen! :D Vorher haben wir aber noch ein Foto gemacht:
Nach diesem tollen Erlebnis war ich wirklcih total gluecklich und wir machten uns auf in Richtung Sporthalle, um den Wettbewerb zu sehen. Und ich muss wirklcih sagen, es hat mir echt gefallen, was die da gemacht haben! Eigentlich dachte ich immer, ich stehe nicht so auf Kampfsport, aber so gewalttaetig war es auch wirklich nicht und es hat Spass gemacht zuzuschauen. Wir mussten auch noch ein bisschen warten, bis die "Kaempfe" anfingen, erst kam noch Technik und das sah schon lustig, aber auch irgendwie schoen aus! Letztendlich begann das, wofuer wir eigentlichd a waren erst um 18 Uhr, hier ein paar Fotos:
In Rot meine Freundin Lidia, die allerdings eine Gegnerin hatte, die anscheinend nicht so ernst zu nehmen war, weil erstmal hat die dauernd ihre Schoner und ihren Guertel verloren hat, ausserdem war Lidia ganz klar Gewinnerin und hat hinterher sogar Gold geholt.
Hier in Blau: Andrés, ein Freund von Sergio, der ist ganz oft hier zu Hause... ;-) Hat am Ende auch Gold geholt.
Und Sergio (links in Rot) vor dem Kampf und waehrend des Kampfes:
Leider ein bisschen verwackelt, aber dafuer so richtig in Action! :D
So, das wars fuer heute, davon wollte ich euch nur grade erzaehlen! :D
Montag, 8. März 2010
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